Überführungsfahrt von Izola nach Fethiye

Am Donnerstag morgen um 05:00 Uhr sind wir in Bergkamen mit einen Kleinbus  in Richtung Isola gestartet. Es galt zwei Schiffe von Isola nach Fethiye zu überführen. Unsere Crew sollte die Julia, eine Bavaria 45 Cruiser, fahren. Das zweite Schiff die Santa Maria, ebenfalls eine Bavaria 45 Cruiser, sollte uns begleiten.
Die Crew der Julia bestand aus:

Skipper

Marcello

Ko Skipper

Reiner

Navigator

Christian

Bootsmann

Heinz

Bootsmann

Werner

 

Nachdem wir am Donnerstag Abend in Izola angekommen waren, mussten wir erst einmal unser Gepäck sowie die Reiseverpflegung, die uns bereitgestellt wurde, im Schiff verstauen. Danach ließen wir den Abend mit einem gemütlichen Abendessen ausklingen.

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Freitag, den 06.04.2011 09:47 Uhr

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Jetzt hieß es Leinen los und Aufbruch in Richtung Piran. Da es in Izola keinen Zoll gibt, mussten wir die Formalitäten in Piran erledigen. Zeitgleich haben wir schnell noch ein paar Sachen eingekauft. Um 12:06 sind wir dann endgültig aufgebrochen.
Die Reise führte uns zunächst an der Kroatischen Küste entlang. Weit sollten wir an diesem Tag jedoch nicht kommen, da im Laufe des Tages Nebel aufzog. Anfangs mit Sichtweiten um die 200 bis 400 Meter. Gegen Abend jedoch verdichtete sich der Nebel auf unter 50 Meter Sicht. Nach kurzer Absprache mit der Santa Maria steuerten wir den Hafen von Pula an. Kaum waren wir in die Nähe der Hafens gekommen, war der Nebel wie aufgelöst.

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Zunächst wollten wir weiterfahren, mussten aber feststellen, dass außerhalb der Hafenbefestigung der Nebel nach wie vor vorhanden war. Deshalb sind wir in der Hafeneinfahrt in der Stinjanska Draga vor Anker gegangen. Dort haben wir die Nacht verbracht. Um 04:30 Uhr sind wir dann weiter gefahren. Kaum unterwegs, erreichte uns ein Funkspruch der Santa Maria. Sie teilten uns mit, dass Ihre Ruderanlage defekt war. Ein Ruderblatt war um 90 Grad aus der Richtung. Eine Überprüfung unter Deck ergab, dass sich der Ruder Koker gelöst hatte. Dies konnte die Crew schnell reparieren. Dummerweise hat das querstehende Ruder den Ruderlagengeber zerstört. Dieser war nicht mehr zu reparieren. Damit ist der Autopilot ausgefallen. Unsere Fahrt führte bei wenig Wind, der zudem meist genau von vorne kam, in Richtung Italien.

Sonntag, den 08.04.2012

Wir laufen den Hafen von Punta an. Unsere Treibstoffanzeige signalisiert uns kurz vor Reserve. Da wir keine Erfahrung mit der Tankuhr haben, wollen wir Tanken, aber es ist Ostersonntag und die Tankstelle hat geschlossen. Alle haben uns einen Liegeplatz angeboten, was wir entschlossen abgelehnten. Nachdem die Santa Maria ebenfalls in den Hafen eingelaufen war, haben die Italiener ein schnelles Geschäft gewittert. Plötzlich war der Schlüssel für die Tankstelle gefunden. Um 16:10 Uhr ging es dann weiter.

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Nach dem Nebel, den wir als eine ernste Bedrohung gesehen hatten, erwartete uns jetzt ein Gewitter mit Windgeschwindigkeiten um die 25 Knoten. Gegen Morgen verzogen sich die letzten Gewitterwolken. Der Wind ließ nach. Endlich kam der Wind aus der richtigen Richtung. Kaum hatten wir Fahrt aufgenommen, frischte der Wind auf über 20 Knoten auf. Reffen war angesagt. Nachdem das erste Reff gesetzt war, ging der Sturm von jetzt auf gleich richtig los. Die Fock refften wir bis auf etwa einen Meter zurück. Das Groß bis unterhalb der ersten Saling. Wir konnten Windgeschwindigkeiten über 56 Knoten ablesen. Es kann auch noch mehr gewesen sein. Der Wind kam aus Südost, Richtung Italien. Wir waren etwa 8 Meilen von der Küste entfernt. Die Besatzung der Santa Maria wollte einen Hafen in Italien anlaufen. Bei dem Sturm kann das schnell zur Havarie führen. Das lehnten wir ab. Wer im Sturm draußen ist, der bleibt auch draußen. Marcello stürzte im Cockpit auf seine Rippen. Er fiel zum Teil aus. Reiner und Werner wurden seekrank. Unter diesen Bedingungen verständlich. Wir haben uns um sie so gut es geht gekümmert, in Gespräche verwickelt und abgelenkt. Doch letztendlich mussten Heinz und Christian das Schiff durch den Sturm, der schon Orkanstärke erreicht hatte, steuern. Trotz der gerefften Segel machten wir noch immer etwa 2 bis 3 Knoten fahrt. Die Richtung stimmte ebenfalls. So konnten wir uns vom Land fernhalten. Als der Sturm auf  25 bis 35 Knoten nachgelassen hatte, wollten wir die Segel ausreffen. Dabei hat sich aus bislang noch nicht geklärten Gründen die Reffleine der Fock aus der Seiltrommel der Reffanlage gelöst. Der Knoten hatte sich gelöst. Womöglich waren zu wenige Sicherheitslagen auf der Trommel. Dummerweise ließ sich die Sicherheitsklampe für das Fockfall nicht lösen. Das Seil wird auf Zug gesetzt, wodurch die Riegel in der Klampe frei werden. Danach wird die Klampe mechanisch entriegelt. Dies klappte nicht. Wir mussten das Fall kappen. Nur so konnten wir das Segel unbeschädigt bergen.

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Dienstag 10.04.2012 10:55 Uhr

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Am Dienstag, dem 10.04.2012 haben wir kurz vor 11 Uhr im in der Marina Gouvia auf Korfu festgemacht. Die Santa Maria hatte schon auf uns gewartet. Sie hatten ein Problem mit dem Schalthebel. Im Sturm ist ein Crewmitglied am Schalthebel hängen geblieben. Dieser ist dann abgebrochen. Was noch unangenehmer war, einer der Reserve Kanister ist leckgeschlagen und etwa 50 l Diesel befanden sich im Heckstauraum und mussten erst entsorgt werden. Am nächsten Tag kam ein Monteur, der unser Fockfall neu in der Mast einseilte. So konnten wir am Mittwoch, dem 11.04 2012 um 11:09 den Hafen verlassen.

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Marcello gibt dem Monteur Hilfestellung. Neues Fockfall einbauen, Focksegel anschlagen und hochziehen.

Donnerstag, 12.04.2012 19:31 Uhr

Um diese Uhrzeit haben wir im Hafen von Pilos zum Tanken festgemacht.

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Um 23:33 Uhr sind wir wieder ausgelaufen.

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Freitag, 13.04.2012 16:53 Uhr

Uns erreichte über UKW eine Sturmwarnung. Wir entschieden uns daher die geschützte Bucht von Milos anzusteuern. Dafür änderten wir den Kurs um 30 Grad.

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Freitag, 13.04.2012  21:34 Uhr

Zu dieser Zeit machten wir im Hafen von Milos fest. Der einzig freie Platz war ein Schwimmsteg vor dem Hafen. Wir machten das Boot sturmsicher. Kurze Zeit später brach der Sturm los. Wir haben 40 bis 45 Knoten Wind gemessen. Auf Grund der geschützten Lage konnten wir ruhig übernachten. Als wir am nächsten Morgen zum Einkaufen in die Stadt wollten, mussten wir feststellen, dass unser Anlegesteg noch nicht mit dem Festland verbunden war. Die Hafenpolizei sagte uns, der Steg sei erst ein paar Wochen alt. Die  Verbindung fehlt noch.

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Der Sturm dauerte zweieinhalb Tage und wir lagen deshalb hier fest. Ausgiebig Zeit also die Insel zu erkunden.

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Die Vegetation ist deutlich weiter als bei uns zu Hause.

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Am Montag, den 16.04.2012 um 09:33 Uhr

kamen wir endlich zum Tanken und konnten auslaufen. Um 22:00 Uhr erreichte uns die nächste Sturmwarnung. In ca. 10 Stunden mussten wir in der Höhe von Rodos sein. Dann hatten wir gute Aussichten den Sturm auszuweichen. Wir entschieden uns daher durchzufahren.

Dienstag, 17.04.2012 10:00 Uhr Wir passierten Rodos. Der Wind kam die ganze Zeit aus Ost. Der Sturm blieb aus.

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Dienstag, 17.04.2012 20:06 Uhr.

Unsere Ankunft am Ziel, wir liefen in den Hafen von Fethiye ein. Wir wurden mit einem Feuerwerk aus Wunderkerzen und kaltem Bier empfangen. Ein sehr herzlicher Empfang. Wir waren glücklich, alles gut überstanden zu haben. Izola Fethiye 46

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Donnerstag, 19.04.2012 Die Schiffstaufe der Julia.

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Hier noch die Aufzeichnung des Datenloggers.

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Im Bereich von Kroatien war die Simkarte nicht gültig. Deshalb gab es hier keine Daten.

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